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Freie  Akademie

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„…indem wir jedoch die Form der Belehrung nicht als einen Zwang zum Lernen einrichten. – Warum nicht? – Weil, sprach ich, kein Freier irgendeine Kenntnis auf knechtische Art lernen muss. Denn … in der Seele ist keine erzwungene Kenntnis bleibend.“

                                                  Platon          

Die Freie Akademie ist eine im Aufbau begriffene Bildungsorganisa-tion, in deren Rahmen Bildungsveranstaltungen aller Art stattfinden. Sie fördert den freien Austausch zwischen Menschen, die Interesse an freier Bildung haben, sowie eine damit verbundene freie Gemein-schaftsbildung (Akademie-Gemeinschaft).

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Ziel ist der Aufbau einer Akademie, in der die Universitäts- und Bil-dungsideale Humboldts verwirklicht werden. Auch Beuys' Akademie-Begriff enthält wertvolle Elemente, die berücksichtigt werden. Wichtige Ziele sind u.a. unabhängige Forschung und Aufklärung, die nicht durch sachfremde Drittinteressen von wirtschaftlicher oder staatlicher Seite korrumpiert werden, sowie die Förderung der freien, selbstbestimmten Entfaltung der Studierenden. ​Im Einklang damit steht der freiheitliche Universitätsbegriff Rudolf Steiners (1861-1925), wie er in seinen Aufsätzen über "Hochschule und öffentliches Leben" dargestellt wurde (überflüssig zu betonen, dass die freie Akademie inhaltlich nicht auf Anthroposophie beschränkt ist. Im Sinne Humboldts ist selbstverständlich jegliche Denkrichtung möglich und willkommen.)

Die Idee der Freien Akademie beruht auf der abendländischen Bildungskultur und ihrem klassischen Universitätsbegriff, wie er beispielsweise von Wilhelm von Humboldt (1767-1835) ausgearbeitet und zeitweise verwirklicht wurde. Ausserdem auf dem Universitäts-begriff von Joseph Beuys (1921-1986), wie er im Rahmen der Free International University (FIU) erarbeitet wurde. Ein ähnliches Universitätsverständnis wurde während der Studentenproteste gegen die Bolognareform 2009/2010 von vielen Studierenden und Professoren zum Ausdruck gebracht. 

 

Die Schule von Athen von Raffaello Santi (1483-1520), die wohl schönste Verbildlichung freiheitlichen Akademie-Lebens. Wilhelm von Humboldt scheint seine Univer-sitätsideen aus Raffaels Fresko gleichsam herausge-schrieben zu haben. Fast alle von ihm genannten Universitätsideale sind darin verbildlicht: die freilas-sende Atmosphäre der „Einsamkeit und Freiheit" - der Student geht einen eigenen, selbstbestimmten Bildungs-weg; das weder pädagogisierende noch verschulte, sondern auf freiem gegenseitigen Interesse beruhende Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler; die gemein-same Hingabe an die „reine Idee der Wissenschaft und Kunst“ ohne störende Bevormundung Dritter; das schöpferische Prinzip der freien geistigen Individualität; das ungezwungene Zusammenwirken der Menschen.  

Mit einem Wort: Freies Geistesleben. 

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       Aus einer Denkschrift Wilhelm von Humboldts:

"Der Begriff der höheren wissenschaftlichen Anstalten, als des Gipfels, in dem alles, was unmittelbar für die moralische Cultur der Nation geschieht, zusammenkommt, beruht darauf, dass dieselben bestimmt sind, die Wissenschaft im tiefsten und weitesten Sinne des Wortes zu bearbeiten, und als einen nicht absichtlich, aber von selbst zweckmässig vorbereiteten Stoff der geistigen und sittlichen Bildung zu seiner Benutzung hinzugeben.

   Ihr Wesen besteht daher darin, innerlich die objective Wissenschaft mit der subjectiven Bildung, äusserlich den vollendeten Schulunterricht mit dem beginnenden Studium unter eigener Leitung zu verknüpfen, oder vielmehr den Uebergang von dem einem zum anderen zu bewirken. Allein der Hauptgesichtspunkt bleibt die Wissenschaft. Denn sowie diese rein dasteht, wird sie von selbst und im Ganzen, wenn auch einzelne Abschweifungen vorkommen, richtig ergriffen."

  

"Da diese Anstalten ihren Zweck indess nur erreichen können, wenn jede, soviel als immer möglich, der reinen Idee der Wissenschaft gegenübersteht, so sind Einsamkeit und Freiheit die in ihrem Kreise vorwaltenden Principien. Da aber auch das geistige Wirken in der Menschheit nur als Zusammenwirken gedeiht, und zwar nicht bloss, damit Einer ersetze, was dem Anderen mangelt, sondern damit die gelingende Thätigkeit des Einen den Anderen begeistere und Allen die allgemeine, ursprüngliche, in den Einzelnen nur einzeln oder abgeleitet hervorstrahlende Kraft sichtbar werde, so muss die innere Organisation dieser Anstalten ein ununterbrochenes, sich immer selbst wieder belebendes, aber ungezwungenes und absichtsloses Zusammenwirken hervorbringen und unterhalten."

  

"Es ist ferner eine Eigenthümlichkeit der höheren wissenschaftlichen Anstalten, dass sie die Wissenschaft immer als ein noch nicht ganz aufgelöstes Problem behandeln und daher immer im Forschen bleiben, da die Schule es nur mit fertigen und abgemachten Kenntnissen zu thun hat und lernt. Das Verhältniss zwischen Lehrer und Schüler wird daher durchaus ein anderes als vorher. Der erstere ist nicht für die letzteren, Beide sind für die Wissenschaft da; sein Geschäft hängt mit an ihrer Gegenwart und würde, ohne sie, nicht gleich glücklich von statten gehen; er würde, wenn sie sich nicht von selbst um ihn versammelten, sie aufsuchen, um seinem Ziele näher zu kommen durch die Verbindung der geübten, aber eben darum auch leichter einseitigen und schon weniger lebhaften Kraft mit der schwächeren und noch parteiloser nach allen Richtungen muthig hinstrebenden."

 

"Was man daher höhere wissenschaftliche Anstalten nennt, ist, von aller Form im Staate losgemacht, nichts Anderes als das geistige Leben der Menschen, die äussere Musse oder inneres Streben zur Wissenschaft und Forschung hinführt. Auch so würde Einer für sich grübeln und sammeln, ein anderer sich mit Männern gleichen Alters verbinden, ein Dritter einen Kreis von Jüngern um sich versammeln."

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