Unabhängige Forschung
- ein zentrales Ziel der freien Akademie
Unabhängige Forschung ist für den Menschen überlebenswichtig - das zeigt sich immer mehr und auf allen Lebensgebieten. Ob in der Medizin, Wirtschaft, Politik oder beim technischen Fortschritt: nicht unabhängige, also durch sachfremde Interessen manipulierte Forschung, Wissenschaft und Lehre schaden dem Menschen und seiner Zivilisation. Die freie Akademie sucht daher nach Wegen, unabhängige Forschung zu fördern und selbst zu praktizieren. Das betrifft nicht nur "Forschung" im engeren Sinn, sondern alles, was damit zusammenhängt: wissenschaftliche Bildung, Aufklärung und Literatur, Recherche, Kundgebungen, Presse, Informationsveranstal-tungen etc. Die Folgen korrumpierter Wissenschaft sind für den Menschen fatal. Mangelhafte oder schädliche medizinische, landwirtschaftliche und technische Produkte überfluten den Markt: Medikamente mit starken Nebenwirkungen, umweltschädliche Chemikalien (Kunststoffe, Schwer-metalle, radioaktive Strahlung), massenweise Wegwerfprodukte, geplanter Verschleiss und krankmachende Mobilfunktechnik werden von dieser "Wissenschaft" und der ihr hörigen Presse als "unbedenklich" verharmlost oder die Probleme werden verschwiegen.
Die verantwortungslose Politik etablierter Politiker wird ebenfalls nicht objektiv als das erforscht und dargestellt, was sie ist, ebenso wenig wie die tieferen Ursachen sozialer Missstände: Massenelend, Armut und Krieg. Ein Schwall von Unwissenheit, ja bewusster Fehldarstellung (Propaganda und gekaufte Wissenschaft) ergiesst sich über die Bevölkerung, die deswegen die Ursachen der Missstände nicht richtig einschätzen kann, falsche Feindbilder imaginiert und sich auf falsche Lösungswege fokussiert: Gewalt und Krieg werden von Politikern und Professoren allen Ernstes als rationale Lösungswege proklamiert, Frieden, Diplomatie und Bildung immer weniger.
Allein die Tatsache, dass Konzerne aufgrund des etablierten Wirtschafts-systems inzwischen gezwungen sind, massenweise schlechte Produkte zu produzieren, weil sie andernfalls im kapitalistischen Konkurrenzkampf untergehen würden, beweist bereits: dieses Wirtschafssystem ist grundsätzlich fehlerhaft und muss völlig neu gedacht werden. Statt aber dies zu tun und die Denkfehler zu berichtigen, was die eigentliche Aufgabe von Universitäten wäre, zelebrieren sie die Denkfehler geradezu und wirken systemerhaltend, indem sie dieses, durch die Tatsachen widerlegte Denken dogmatisch jeder neuen Studenten-Generation als "unumstössliche ökonomische Wahrheiten" einimpfen. Kritisches Hinterfragen ist im Studium nicht erwünscht; denn das wäre nur in einem unabhängigen Bildungswesen möglich; die heutigen Universitäten aber sind Teil des Systems, sie befinden sich gegenüber dem etablierten Staats- und Wirtschaftssystem in einem Abhängigkeitsverhältnis.
Der gesellschaftlichen Fehlentwicklung kann folglich nur entgegen-gewirkt werden, indem das Wissenschafts- Kultur- und Bildungswesen (im weitesten Sinne des Wortes das "Geistesleben" der Menschen) als ein unabhängiges drittes Gesellschaftsglied anerkannt und verwirklicht würde, das sich unabhängig und selbstverwaltet neben die beiden anderen Hauptglieder des sozialen Organismus (Wirtschaft und Staat) hinstellt und in seiner Eigenständigkeit behauptet. Nur freie Professorinnen und Professoren, die weder bei Staat noch Wirtschaft angestellt sind oder von Superreichen gelenkt werden, können unabhängige Wissenschaft, Kunst und Aufklärung hervorbringen. Wir brauchen freie Universitäten und Akademien, die selbstbestimmt und selbstverwaltet arbeiten. Nur sie können ein Wissen schaffen, das sich der Wahrheit verpflichtet fühlt und dadurch den echten wirtschaftlichen und politischen Interessen der Menschen wahrhaft dienlich ist.
Unabhängige Forschung beginnt in jedem einzelnen Menschen, in seinem eigenständigen Denken. Aber auch im eigenständigen Empfinden und Fühlen - zum Beispiel in dem Gefühl, dass in unserer Zivilisation derzeit einiges schief läuft. Unabhängige Forschung kann nicht verordnet werden, die Initialzündung findet im Innern jedes Menschen statt. Er vermag sein eigenes Denken, seinen eigenen Bildungsprozess aktiv in die Hand nehmen. Er kann beginnen, einen individuellen Erkenntnisweg zu gehen. Die freie Akademie möchte ein Ort sein, wo dies stattfinden darf. Aber sie braucht nicht der einzige Ort zu sein. Überall, in jedem Dorf, in jedem Quartier können kleine "freie Akademien" entstehen - Menschen, die sich zu Arbeitsgruppen zusammenschliessen und beginnen, eigenständig zu recherchieren, einander aufzuklären und Projekte zu starten. So kann die Zündkraft des Geistes umfassend wirksam werden - die einzig wirklich transformatorische und re-evolutionäre Kraft.
Unabhängige Forschung beginnt bereits bei der geistigen Selbstbestim-mung der Studierenden, das ist ein zentraler Punkt, gerade auch hinsichtlich der angestrebten gesellschaftlichen Transformation. Es reicht nicht, wenn Professoren frei sind, auch die Studierenden müssen ein selbstbestimmtes "Studium unter eigener Leitung"(Humboldt) durchführen dürfen. Der Studierende ist bereits ein "unabhängiger Forscher" - und nur eine Universität, in der jeder Studierende ein unabhängiger Forscher sein darf, kann zum Zentrum gesellschaftlicher Transformation werden.
Einen interessanten Beitrag zu Aufklärung und unabhängiger Forschung leisten schon jetzt etliche Bürgerinitiativen auf den verschiedensten Gebieten des Lebens. Die freie Akademie kann mit ihnen zusammenarbeiten und bewusst machen, dass unabhängige Forschung ein ihnen allen gemeinsames Anliegen ist, dem im Prozess gesellschaftlicher Neugestal-tung eine Schlüsselfunktion zukommt.
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Der Wirtschafts-Professor Dr. Christian Kreiß hat in seinen Büchern empirisch aufgezeigt, wie weit das Phänomen der "gekauften Wissenschaft" bereits vorangeschritten ist, berücksichtigt allerdings vor allem die wirtschaftliche Beeinflussung der Wissenschaft, die staatliche hingegen weniger - hinter welcher übrigens nicht selten auch wiederum ökonomische Interessen stehen (Lobbyismus). Staatliche Beeinflussung und damit Verfremdung von Wissenschaft ist vielfach bei explizit politischen Themen gegeben, aktuell besonders beim Thema Krieg. Er beeinflusst jedoch auch andere Wissensgebiete, beispielsweise Umwelt-Medizin und Toxikologie. Dafür ein aktuelles Beispiel:
Prof. Dr. Meike Mevissen, seit 2002 Professorin für für Veterinär-Pharmakologie und -Toxikologie der Universität Bern, untersuchte zusammen mit weiteren weltweit renommierten Forscherinnen und Forschern die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Tiere. Sie berichtet im Interview mit «Infosperber» über die "Behinderung" ihrer Forschung durch Ämter und deren Bestreben, wichtige Erkenntnisse unter den Teppich zu kehren. "Unsere Forschung wurde behindert" sagt Mevissen, die seit deren Einrichtung im Jahr 2014 auch Mitglied der "Beratenden ExpertInnengruppe für nicht-ionisierende Strahlung" (Berenis) der Bundesverwaltung ist. Sie äusserte unter anderem:
"Ja, am meisten störte mich, dass man uns ständig sagen wollte, wie wir unsere Arbeit zu machen hatten. Zuerst wollte uns der verantwortliche Experte für systematische Reviews der WHO, der selber noch nie an Tierstudien gearbeitet hatte, die Meta-Analyse der zu berücksichtigenden Studien abnehmen. Er wollte also für uns auswählen, welche Studien für die Beurteilung überhaupt infrage kamen. Doch dies war ja gerade eine wichtige Leistung von uns. Wir mussten uns ständig wehren, obwohl wir die weltbesten Leute zu diesem Thema beisammen hatten. Dies hat leider alles verzögert."
Sie führt dann weiter aus:
"In erster Linie wollte die WHO, dass wir alle augewählten Studien in einen Topf werfen und uns dann den Durchschnitt anschauen. Hier gibt es aber unterschiedliche Studienmodelle, Studien unterschiedlicher Tierarten, Ge-schlechter, die bekanntermassen auch unterschiedliche Ergebnisse bedingen. Daher sollte hier nicht eine Methodik verwendet werden, die das gar nicht berücksichtigt. Systematisches Vorgehen ist gut, aber dabei sollte man auch wichtige Erkenntnisse aus der experimentellen Krebsforschung und der Toxikologie nicht vergessen.
Epidemiologische Studien funktionieren zwar so, aber auch da ist die Heterogenität der Studien selbstverständlich problematisch. Man muss sich schon fragen, wie gut eine Studie ist und ihre Resultate entsprechend gewichten. Genauer gefragt: Kann ich einen gute Studie ignorieren? Ich weiss nur eines bei den Tierstudien. Man kann die so aufgleisen, dass man nichts findet, indem man ein statistisches Rauschen kreiert, welches relevante Effekte verschleiert. Wenn ich so vorgehen soll, muss ich gar nicht erst anfangen."
Sie empfiehlt abschliessend:
"Wir sollten uns nur so viel Strahlung wie nötig aussetzen und die Geräte mit Mass nutzen. Darauf sollten wir insbesondere bei den Kindern achten. Es ist zwar schon praktisch und faszinierend, dass sie ruhiggestellt sind, wenn man ihnen ein Tablet in die Hand gibt. Aber wir kennen die Risiken noch zu wenig."
Die Forschung werde aus politischen Gründen behindert, so Mevissen:
"Gleichzeitig hat die Bevölkerung doch ein Recht darauf zu wissen, wie der derzeitige Stand der Forschung ist. Mich stört dabei, dass Institutionen, wie etwa das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz, ständig alles weg-diskutieren. Auch wenn die Effekte, die gefunden wurden, klein sind, kann man das auch so kommunizieren.
Das Bundesamt möchte, dass die Wissenschaft die Aussage macht, dass es keine Effekte gibt. Daraus folgt, dass sie keinen Entscheid treffen müssen, was offenbar, auch wenn es kleine Effekte sind, nicht gewollt wird. Die Forschung ist sehr politisch und wir sind immer wieder mit der Haltung konfrontiert, dass es keine Gesundheitsrisiken geben darf. Das behindert unsere Arbeit manchmal."
Quelle: Pascal Sigg, "Unsere Forschung wurde behindert" 16.01.2026 Infosperber: https://www.infosperber.ch/politik/schweiz/unsere-forschung-wurde-behindert/